Arteriosklerose - Risiko für Herz, Hirn und Beine

 

Gründe für die Entstehung von Arterienverkalkungen

  • schlechte Blutzuckereinstellung,
  • Bluthochdruck,
  • Übergewicht,
  • Fettstoffwechselstörung,
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen.

Bei Diabetikern liegen mehrere dieser Risikofaktoren gleichzeitig vor. Generell gilt: Je mehr Risikofaktoren, desto größer ist das Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose und den sich daraus entwickelnden zum Teil gefährlichen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Die Verkalkung und Verdickung der Gefäßwände führt zu einer Verengung der Blutgefäße. Das Blut kann nicht mehr ungehindert zirkulieren. Es kommt zu Durchblutungsstörungen in den nachfolgenden Gebieten und eventuell zum Verschluss eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), sodass kein Blut mehr ins nachfolgende Gewebe fließen kann.

Insbesondere drei Bereiche des Körpers können davon betroffen sein: das Herz, das Gehirn und die Beine.

Größtes Risiko: Herzinfarkt

Werden die Herzkranzgefäße nicht mehr ausreichend durchblutet, kommt es zur so genannten koronaren Herzerkrankung. Sie zeigt sich als Angina Pectoris (Herzenge), im schlimmsten Fall als Herzinfarkt und einer Herzinsuffizienz (Pumpschwäche des Herzens), die sich häufig als Folge eines Herzinfarktes einstellt.

Schlaganfall - mangelnde Durchblutung des Gehirns

Durch Arteriosklerose der hirnversorgenden Gefäße kann es zu Durchblutungsstörungen des Gehirns kommen. Nachlassende Hirnfunktionen wie Gedächtnisstörungen und Schwindel können die Folge sein. Je nachdem welche Hirnregion betroffen ist, kann es auch zu anderen Ausfallerscheinungen wie z.B. Taubheitsgefühl in den Armen oder Beinen und Sehstörungen kommen. Sind die Gefäße sehr stark verengt, kann dies zu einem Schlaganfall führen, bei dem ein Teil des Gehirns abstirbt.

Die "Schaufensterkrankheit" - wenn das Gehen schmerzt

Ein ausgedehnter Schaufensterbummel macht Spaß und entspannt die Seele. Wenn aber das Interesse an den Auslagen des Schaufensters nur gespielt ist, weil das Stehen bleiben eine Entlastung für schmerzende Beine ist, spricht man von der "Schaufensterkrankheit". Ursache dafür ist eine Durchblutungsstörung der Beine. Schmerzen treten vor allem beim Gehen in der Wade oder auch im Oberschenkel auf. Die Beine werden "schwer wie Blei".

Wenn der Spaziergang schmerzhaft wird, sich harte, dunkel verfärbte Stellen oder schlecht heilende Wunden an den Beinen zeigen, muss unbedingt der Arzt hinzugezogen werden. Solch eine gestörte Blutzirkulation muss schnell behandelt werden.

THERAPIE: GESUNDER LEBENSSTIL IN KOMBINATION MIT MEDIKAMENTEN

Diabetiker gelten als Hochrisikopatienten bezüglich der Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Um dem vorzubeugen, gehören:

  • die optimale Blutzuckereinstellung
  • Gewichtsabnahme bis zur Erreichung des Normalgewichts
  • Senkung von Blutdruck und Blutfettwerten auf normnahe Werte 

zu den wichtigsten Behandlungszielen.

 
Zur Senkung von Blutdruck und Blutfetten gibt es verschiedene Medikamente, die der behandelnde Diabetologe oder ein anderer Facharzt einzeln oder gleichzeitig verschreiben. Aber Diabetiker können auch selbst viel dazu zu tun, dass diese Werte im gesunden Bereich bleiben.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Bei Diabetikern und Patienten, die bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten, sollte der Blutdruck unter 130/80 mmHg liegen.

Je nach Höhe des Messwertes wird die Erkrankung in verschiedene Schweregrade unterteilt. Die Behandlung richtet sich dann maßgeblich nach dem Alter des Patienten, dem Stadium, Risikofaktoren und eventuellen Vorerkrankungen. Entsprechend der ärztlichen Leitlinie zur Hochdruckbehandlung werden verschiedene Stadien unterteilt:

Kategorie

systolisch

diastolisch

Optimal

< 120

< 80

Normal

120 – 129

80 – 84

Hoch normal

130 - 139

85 – 89

Stufe 1 Hypertonie (leicht)

140 – 159

90 – 99

Stufe 2 Hypertonie (mittel)

160 – 179

100 – 109

Stufe 3 Hypertonie (stark)

≥ 180

≤ 110

Isoliert syst. Hypertonie

≥ 140

< 90

Quelle: Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der arteriellen Hypertonie (2005) der Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks e.V. (Deutsche Hochdruckliga)

 

 Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil bei Bluthochdruck 

  • Übergewicht abbauen und Normalgewicht anstreben.
    Je Kilogramm Körpergewicht weniger kann der Blutdruck um 1,5 bis 2,5 mm Hg sinken.
  • Kochsalzzufuhr auf 5-6 Gramm pro Tag reduzieren.
    Verzichten Sie deshalb auf stark salzhaltige Speisen und würzen Sie Ihre Gerichte mit Kräutern und salzfreien Gewürzen.
  • Bedarfsgerechte Zufuhr an Kalium, Calcium, Magnesium.
  • Reichlich Obst und Gemüse essen.
    Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Ballaststoffe und Antioxidanzien, die sich positiv auf den Blutdruck und die Blutgefäße auswirken.
  • Tägliche Aufnahme von fettarmen Milchprodukten.
  • Fettarm essen und kochen.
  • 2-3 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag aufnehmen: 2 Seefischmahlzeiten pro Woche, Verwendung von Walnussöl, Rapsöl, Leinöl, Fischölkapseln (1,5 bis 2g Omega-3-Fettsäuren pro Tag; in hoher Dosierung >3 g /Tag unter ärztlicher Aufsicht).
    Der blutdrucksenkende Effekt von Omega-3-Fettsäuren bei Hypertonikern gilt als gesichert.
  • Alkoholgenuss einschränken.
    Alkohol treibt den Blutdruck in die Höhe. Bluthochdruck-Patienten sollten deshalb ihren Alkoholkonsum senken. Frauen sollten pro Woche nicht mehr als 0,8 l Wein oder 1,75 l Bier, Männer können die doppelte Menge pro Woche trinken.
  • Regelmäßige Blutdruckkontrolle.
  • Rauchstopp.
  • Regelmäßig Bewegung.
    Leichte bis mittlere regelmäßige körperliche Bewegung kann die Behandlung eines Hochdrucks unterstützen.
    Ausdauersportarten wie Jogging, Walking, Schwimmen, Radfahren wirken sich positiv auf den Blutdruck aus. Optimal ist die Wirkung in Kombination mit einem leichten Krafttraining unter professioneller Anleitung. Bevor Sie mit dem Sport beginnen, sollten Sie jedoch Ihren Arzt fragen, ob Sie Sport treiben dürfen, welche Sportart optimal für Ihr Krankheitsprofil ist und wie oft Sie Ihrem Sport nachgehen dürfen.
  • Für Ruhe und Entspannung sorgen.
    Hektik, Stress und Nervosität lassen den Blutdruck steigen. Gehen Sie ruhig und gelassen in Ihren Alltag. Hilfreich kann das Erlernen von Entspannungstechniken sein: autogenes Training, Yoga oder Meditation.

Diese Blutfettwerte sind für Diabetiker Typ 2 ideal:

  • Triglyzeride:                  unter 150 mg/dl
  • Gesamt-Cholesterin:      unter 180 mg/dl
  • LDL-Cholesterin:            unter 100 mg/dl
  • HDL-Cholesterin:           über    45 mg/dl

Empfehlungen für eine "Blutfett-gesunde-Ernährung" 

  • Wenig versteckte Fette aus Wurst, Fleisch, Kuchen, Süßigkeiten, panierten Gerichten und Bratkartoffeln.
  • Jeden Tag reichlich pflanzliche Lebensmittel: Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst Salat, Vollkornprodukte.
    Diese Lebensmittel sind fettarm und reich an Ballaststoffen und  pflanzlichen Antioxidanzien, die den Blutfettspiegel positiv verändern können.
  • Ausreichend Omega-3-Fettsäuren: zweimal wöchentlich Fisch wie Makrele, Hering, Sardine, Forelle, Lachs oder Thunfisch, eventuell Einnahme von Supplementen aus der Apotheke.
  • Raps-, Oliven- und Walnussöl für Salate, zum Kochen und Braten.
  • Wenig Transfettsäuren, die vor allem in frittierten Speisen, süßem (billigem) und salzigem Gebäck, Nugat-Cremes vorkommen.
    Transfettsäuren lassen wie die tierischen Fette das Gefäß schädigende LDL-  Cholesterin ansteigen und verringern das schützende HDL-Cholesterin.