Das Diabetes-Lexikon - die wichtigsten Begriffe im Überblick

 

Was bedeutet eigentlich Broteinheit, Arteriosklerose, Nephropathie.... ?

Hier finden Sie Erklärungen und Definitionen für alle wichtige Begriffe, die ein Diabetiker kennen sollte.

 

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A 

Adrenalin

 

Hormon, das in der Nebenniere gebildet wird. Im Gegensatz zum Insulin wirkt Adrenalin Blutzucker steigernd.

Altinsulin

schnell und kurz wirkendes Insulin, wir heute als Normalinsulin bezeichnet.

Arteriosklerose

Erkrankungen der Blutgefäße, bei denen es zu Ablagerungen von so genannten Plaques aus Cholesterin, Fett und Zellabfällen an den Gefäßinnenwänden kommt. Arteriosklerose ist einer der Hauptgründe für schwere Herzerkrankungen und Schlaganfall. Sie wird begünstigt durch zunehmendes Alter, Fettleibigkeit, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Diabetes mellitus.

B

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind nicht verwertbare Kohlenhydrate, Pflanzen- und Nahrungsfasern. Sie machen lange satt, regen die Darmtätigkeit an, senken die Blutfette und sorgen für einen langsamen Anstieg des Blutzuckers.

BE (Broteinheit)

Berechnungseinheit für Kohlenhydrate. 1 BE entspricht 12 Gramm Kohlenhydrate.

Biguanide

Biguanide sind Medikamente zur Behandlung erhöhter Blutzuckerwerte.

Blutzucker

Unter Blutzucker vesteht man den Gehalt an Glucose im Blut.

Blutzuckerwert

Der Blutzuckerwert beschreibt die Zuckermenge im Blut. Der Blutzuckerwert wird in mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben. Normal ist ein Nüchtern-Blutzuckerwert unter 110 mg/dl.

BMI (Body Mass Index)

BMI steht für Body Mass Index. Der BMI ist eine Maßeinheit zur Bewertung des Körpergewichts. Der BMI errechnet sich, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Meter dividiert wird. Ein BMI von 19 bis 25 gilt als Normalgewicht, von 25 bis 30 als leichtes und ab 30 als schweres Übergewicht.

 

C

Cholesterin

Cholesterin ist eine Fettart. Cholesterin ist vor allem in tierischen Lebensmitteln z. B. in Butter, Fleisch, Wurst, Eiern enthalten. Außerdem wird es vom Menschen in der Leber produziert. Cholesterin wird als Baustoff für Hormone und Gallensäuren gebraucht. Zu viel Cholesterin im Blut ist Hauptverursacher der Arteriosklerose.

D

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen. Die wörtlich Übersetzung lautet: „Honigsüßer Durchfluss". Gemeint ist die Zuckerkrankheit oder auch kurz Diabetes genannt.

Diabetische Nephropathie

Störungen der Nierenfunktion durch jahrelang schlecht eingestellten Diabetes.

Diabetische Neuropathie

Störungen der Nervenfunktion durch jahrelang schlecht eingestellten Diabetes.

Diabetische Retinopathie

Zerstörung kleinster Blutgefäße im Auge durch jahrelang schlecht geführten Diabetes. Die Folge sind Sehprobleme bis hin zur Erblindung.

Diabetischer Fuß

Mit dem diabetischen Fuß sind infizierte Wunden an den Füßen von Diabetikern gemeint, die durch eine schlechte Durchblutung hervorgerufen werden.

Diabetisches Koma

wird auch hyperglykämisches Koma genannt. Gemeint ist eine tiefe Bewusstlosigkeit aufgrund einer Überzuckerung.

F 

Fruktosamin-Wert

Blutzuckerlangzeitwert, der Aufschluss über die Blutzuckereinstellung der letzten zwei Wochen gibt.

Fruktose

Fruchtzucker. Fruktose ist als Zuckeraustauschstoff in zahlreichen Diabetiker-Lebensmitteln enthalten.

 

G

Glucosidasehemmer

Medikamente zur Senkung eines hohen Blutzuckerspiegels. Alpha-Glukosidasehemmer hemmen im Dünndarm das Enzym Alpha-Glukosidase. Dieses Enzym ist dafür zuständig, im Rahmen der Verdauung Kohlenhydrate in Einfachzucker aufzuspalten.

Glukagon

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es setzt die Zuckerreserven aus der Leber frei und erhöht so den Blutzuckerspiegel. Glukagon wird bei schwerer Unterzuckerung (Hypoglykämie) gespritzt.

Glukose

Traubenzucker. Glukose ist der Hauptenergielieferant für die Körperzellen. Er wird über das Blut zu den Zellen transportiert.

 

So wie ein Auto Benzin braucht, um fahren zu können, benötigt auch unser Körper Energie, um leistungsfähig zu sein. Der Brennstoff für unseren Körper ist der Traubenzucker, auch Glukose genannt.

Glykämischer Index

Ein hoher GI bedeutet, dass die Kohlenhydrate des Lebensmittels schnell verdaut werden und ins Blut gelangen, so dass der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt. Diabetiker sollten Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index bevorzugen.

Glykogen

Speicherform der Glukose. Glykogen kommt hauptsächlich in der Leber und im Muskel vor. Bei Bedarf wird es in einzelne Glukosebausteine zerlegt und ins Blut abgegeben.

 

Glykogen dient der kurz- bis mittelfristigen Speicherung und Bereitstellung des Energieträgers Glucose im menschlichen und tierischen Organismus

H

Hämoglobin

Bestandteil der roten Blutkörperchen, der den Sauerstoff transportiert.

Hämoglobine sind eisenhaltige, sauerstofftransportierende Proteine, die in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) der Wirbeltiere und ihren Varianten gefunden werden.

HbA1C-Wert

Gilt als das Blutzuckergedächtnis des Körpers. Der HbA1C-Wert gibt die Konzentration der Hämoglobin-Moleküle an, die durch eine hohe Zuckerkonzentration im Blut Glucose gebunden haben. Mit dieser Messung wird die Blutzuckereinstellung von bis zu zehn Wochen vorher überprüfbar. Normalwert: < 6,5 %

 

Bei der großen Blutzuckerinspektion wird der Langzeitblutzuckerwert, auch HbA1c-Wert genannt, gemessen. Er ist die wichtigste Methode, um festzustellen, ob Ihr Blutzucker gut eingestellt ist.

HDL

Abkürzung für „high density lipoprotein". HDL ist die Transportform des Cholesterins im Blut. Es wird auch als „gutes Cholesterin"  bezeichnet, weil es der Arteriosklerose entgegen wirkt.

Hyperglykämie

Überzuckerung

Sehr hoch ansteigende Blutzuckerwerte können zu einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung, dem "diabetischen Koma" führen.

Hypertonie

erhöhter Blutdruck

Bei Diabetikern und Patienten, die bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten, sollte der Blutdruck unter 130/80 mmHg liegen.

Hypoglykämie

Bei Hypoglykämie spricht man auch von Unterzuckerung

 

Sinkt der Blutzuckerspiegel unter einen bestimmten Wert ab (unter 50 mg/dl), kommt es zu einer Unterzuckerung, in der Fachsprache auch Hypoglykämie genannt

I

Insulin

Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür sorgt, dass die Zellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen.

Insulin-Pen

?stigtähnliche Insulinspritze mit austauschbaren Patronen und Nadeln

Der Pen unterscheidet sich von den bisherigen Injektionshilfen vor allem darin, dass dieses lästige und langwierige Insulinaufziehen entfällt

Insulinpumpe

Gerät zur Verabreichung von Insulin. Die Insulinpumpe trägt der Diabetiker am Körper. Sie verabreicht automatisch die Grundmenge an Insulin sowie auf Knopfdruck eine vorher eingestellte Insulinmenge.

 

Bei der Pumpentherapie wird das Insulinpräparat nicht mehr mittels Spritze oder Insulin-Pen mehrmals am Tag subkutan injiziert, sondern von einer kleinen, programmierbaren Pumpe über einen Katheter und eine Injektionsnadel (Infusionsset) in den Körper geleitet.

Insulinresistenz

Das Insulin wirkt im Körper nicht richtig. Eine Insulinresistenz wird durch zu wenig Bewegung, Übergewicht und falsche Ernährung ausgelöst. Sie besteht meistens schon mehrere Jahre, wenn der Diabetes festgestellt wird.

 

Zu Beginn der Diabetes-Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, die Körperzellen sind aufgrund von Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlernährung jedoch unempfindlich geworden.

K

Kapillarblut

Blut aus den kleinsten Blutgefäßen.

 Die Bezeichnung Kapillarblut steht für Blut aus den Endstrombahnabschnitten des Gefäßsystems, den sogenannten Haar- bzw. Kapillargefäßen des Körpers

Kohlenhydrateinheit

Einheit zur Abschätzung der blutzuckerwirksamen Kohlenhydrate in der Ernährung.

1 Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate.

 

Für insulinpflichtige Diabetiker ist es besonders wichtig, den Kohlenhydratgehalt einer Mahlzeit abschätzen zu können.

L

Laktose

Milchzucker, der in Milch und Milchprodukten enthalten ist. Laktose wirkt in größeren Mengen abführend.

 

Lactose (auch Milchzucker, Sandzucker oder Laktose), ist ein in Milch und Milchprodukten in Mengen von 1,5–8 % enthaltener Zucker.

LDL

Abkürzung für „low density lipoprotein". LDL ist eine Transportform des Cholesterins im Blut. Es wird auch als „schlechtes Cholesterin" bezeichnet, da es die Entstehung von Arteriosklerose fördert.

Transfettsäuren lassen wie die tierischen Fette das Gefäß schädigende LDL- Cholesterin ansteigen und verringern das schützende HDL-Cholesterin.

M

Makroangiopathie

krankhafte Veränderung an den großen Blutgefäßen.

Maltose

Malzzucker. Maltose besteht aus zwei Teilen Traubenzucker

 Maltose ist die lateinische Fachbezeichnung für Malzzucker, ein Abbauprodukt der Stärke.

Mikroangiopathie

Schäden an den kleinen Blutgefäßen, die als Spätfolge des Diabetes entstehen.

N

Nierenschwelle

Wenn die Blutzuckerwerte eine Konzentration von 150 bis 200 mg/dl Blut übersteigen, wird Glukose auch im Urin ausgeschieden. Die Blutzuckerkonzentration, bei der die Harnzuckerausscheidung beginnt, wird als Nierenschwelle bezeichnet.

Normalerweise ist kein Zucker im Urin. Wenn der Zuckergehalt im Blut eine bestimmte Schwelle überschreitet, schafft es die Niere nicht mehr, den Zucker im Körper zurückzuhalten.

Normalinsulin

schnell und kurz wirkendes Insulin, wurde früher als Altinsulin bezeichnet.

Nüchternblutzucker

Den Nüchternblutzuckerwert misst man vor der ersten Tagesmahlzeit nach achtstündigem Fasten. Bei Gesunden beträgt der Wert maximal 110 mg/dl.

O

Omega-3-Fettsäuren

Ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in fettreichen Fischen sowie in Walnuss-, Raps-, Soja- und Leinöl enthalten sind. Sie können Gefäßkrankheiten vorbeugen.

 

Die Omega-3-Fettsäuren sind eine Untergruppe innerhalb der Omega-n-Fettsäuren, die beide zu den ungesättigten Fettsäuren zählen

P

Polyurie

Extrem große Urin-Ausscheidung als Zeichen für zu hohen Blutzucker.

Die Polyurie (griechisch πολυουρία, poliuría, „viel Harn“) ist die medizinische Bezeichnung für eine krankhaft erhöhte Urinausscheidung.

Proteinurie

Nachweis von Protein (Eiweiß) im Urin als ein Hinweis auf mögliche Nierenschäden.

S

Saccharose

Haushaltszucker, der aus je einem Teil Trauben und Fruchtzucker besteht.

Saccharose, auch Sucrose, ist der Haushalts- oder Kristallzucker, der gemeinhin als „Zucker“ genutzt wird

Spritz-Ess-Abstand

zeitlicher Abstand zwischen dem Spritzen von Insulin und der Aufnahme von Nahrungsmitteln.

Der Abstand zwischen Insulin-Injektion und der folgenden Mahlzeit (bei Verwendung von Normalinsulin in der Regel 15 bis 30 Minuten) wird als Spritz-Ess-Abstand (SEA) bezeichnet.

Sulfonylharnstoffe

Medikamente zur Behandlung des Diabetes. Sie regen die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse an.