Best Practice - Anleitung zur Insulininjektion durch medizinisches Fachpersonal

 

Neue „Best Practice"-Anleitung zur Insulininjektion durch medizinisches Fachpersonal in ambulanten und stationären Einrichtungen

VDBD engagiert sich für die Vermittlung und Anwendung optimaler Injektionstechniken bei Diabetes durch medizinisches Fachpersonal in ambulanten und stationären Einrichtungen und durch Patienten

Heidelberg (28 November 2012) - Der VDBD (Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V.) hat eine neue praxisorientierte Broschüre „Praktische Anleitung zur Injektion bei Diabetes mellitus mit dem Pen" für medizinisches Fachpersonal in ambulanten und stationären (Pflege-)Einrichtungen veröffentlicht. Die Anleitung basiert auf dem umfassenden, 60-seitigen „Leitfaden zur Injektion bei Diabetes mellitus", der bereits letztes Jahr vom VDBD speziell diabetologisches Fachpersonal herausgegeben wurde.

Elisabeth Schnellbächer, Vorsitzende des VDBD, sagt dazu: "Der Leitfaden „Die Injektion bei Diabetes mellitus" dokumentiert
eindrucksvoll, wie wichtig die Art und Weise der Injektion - neben der Dosisanpassung - für eine gute Blutzuckereinstellung ist. Der Leitfaden hat in kürzester Zeit Anerkennung und hohe Verbreitung unter Ärzten und Diabetes-Fachpersonal erfahren. Wir wollen aber möglichst alle Beteiligte in der Versorgungslandschaft von Menschen mit Diabetes auf kurzem Wege mit diesen bedeutsamen Informationen erreichen. Hierzu zählen z. B. MFA (Medizinische Fachangestellte) in hausärztlichen Praxen ebenso wie Pflegekräfte im ambulanten und stationären Bereich sowie nicht zuletzt interessierte Betroffene und deren Angehörige. Der VDBD hat daher seine „Praktische Anleitung zur Injektion bei Diabetes mellitus mit dem Pen" herausgebracht. Besonders praxisnah gestaltet sind die mit Text und Bildern ausgestatteten und herausnehmbaren Checklisten im Posterformat."

 

In Deutschland gibt es inzwischen fast 8 Millionen Menschen mit Diabetes, was 10 Prozent der Bevölkerung entspricht[i]. Etwa ein Viertel der Menschen mit Diabetes muss Insulin oder andere Antidiabetika spritzen.

Eine falsche Injektionstechnik kann dazu führen, dass nicht die gewünschte Dosis verabreicht wird oder das gespritzte Mittel nicht richtig vom Körper aufgenommen wird. Dies wiederum kann unmittelbare Probleme wie Hypoglykämi[ii] [iii]und Hyperglykämie verursachen. Außerdem kann sich an den Spritzstellen eine Lipohypertrophie[iv]entwickeln, die ebenfalls zu Schwankungen in der Insulinresorption führen kann. Somit beinflusst die Injektionstechnik die Diabeteseinstellung unmittelbar. Ein unzureichendes Diabetesmanagement erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz- oder Nierenversagen, Schlaganfall und Erblindung.

Die Praktische Anleitung des VDBD vermittelt den medizinischen Fachkräften umfassende Grundlagen zur Injektionstechnik, sodass sie ihre Patienten besser behandeln und schulen können. Abgedeckt sind u. a. folgende Themen:

  • Die geeigneten Injektionszonen für die unterschiedlichen Insulintypen
  • Die Insulininjektion: Vorbereitung - Durchführung - Nachbereitung
  • Anleitung zur Empfehlung der richtigen Nadellänge, um eine zuverlässige Injektion in das Unterhautfettgewebe[v]und damit eine optimale glykämische Kontrolle zu gewährleisten[vi]
  • Komplikationen wie Lipohypertrophie und wie sie durch eine korrekte Injektionstechnik und den regelmäßigen Wechsel der Injektionsstellen vermieden werden können
  • Besonderheiten bei der Injektion durch Dritte: Hygiene und Vermeidung von Nadelstichverletzungen (Sicherheits-Pen-Nadeln)

Die VDBD Materialien (Leitfaden und Praktische Anleitung) stehen zum Herunterladen bereit unter http://www.vdbd.de/ oder können als Druckversion beim VDBD angefordert werden.

Mit freundlicher Unterstützung von BD


[i][i] http://www.diabetesstiftung.org/diabetes-definition.html

[ii][ii] Polak M, Beregszaszi M, Belarbi N, et al. Subcutaneous or intramuscular injections of insulin in children: are we injecting where we think we are? Diabetes Care 1996;19(12):1434-.

[iii][iii] Birkebaek NH, Solvig J, Hansen B, Jorgensen C, Smedegaard J, Christiansen JS. A 4-mm needle reduces the risk of intramuscular injections without increasing backflow to skin surface in lean diabetic children and adults. Diabetic Care 2008;31(9):e65.

[iv][iv] Vardar B, Kizilci S. Incidence of lipohypertrophy in diabetic people with diabetes and a study of influencing factors. Diabetes Res Clin Pract 2007; 77:231-6.

[v][v] Frid A. Fat thickness and insulin administration, what do we know? Infusystems Int. 2006;5(3):17-19.

[vi][vi] Hofman PL, Lawton SA, Peart JM, et al. An angled insertion technique using 6-mm needles markedly reduces the risk of intramuscular injections in children and adolescents. Diabet Med 2007;24:1400-1405.

 

Zurück zur Übersicht Diabetes-News