Essen für die Intelligenz

Ob wir mit dem richtigen Essen klüger werden können, das interessiert immer mehr Gehirnforscher und Ernährungswissenschaftler. Erste interessante und viel versprechende Forschungsergebnisse liegen auf dem Tisch. Vor allem Fisch fördert ein schlaues Köpfchen.

Nur wer täglich abwechslungsreich und vollwertig isst und trinkt, bleibt gesund und leistungsfähig. Diese Empfehlung ist praktisch schon ein alter Hut. Recht neu ist die Erkenntnis, dass es auch für die Entwicklung unserer Geisteskraft, der Intelligenz, Lernfähigkeit und geistigen Fitness entscheidend darauf ankommt, was und wie viel täglich auf den Teller kommt. Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass vor allem bestimmte Mikronährstoffe dabei eine große Rolle spielen.

 

Diese Nährstoffe machen schlau

  • Omega-3-Fettsäuren

Diese langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben nicht nur fantastische Wirkungen auf unsere Gesundheit, unser Aussehen und unsere Stimmung, sondern auch einen großen Einfluss auf unser Verhalten, die Lernbereitschaft, Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit. Im Gehirn werden sie in hormonartige Botenstoffe, die so genannten Eicosanoide umgewandelt, die den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen fördern. Eine Unterversorgung führt zu geistigen und psychischen Störungen und Erkrankungen.  

Untersuchungen in den USA und England haben gezeigt, dass Kinder mit dem so genannten Zappelphilipp-Syndrom, mit Lese-, Rechen- oder Rechtschreibschwächen oder anderen Lern-/Konzentrationsstörungen häufig unter einem Mangel an bestimmten Nährstoffen leiden. Dort werden daher diese speziellen Gehirnfettsäuren schon längere Zeit zur Behandlung eingesetzt. Die Kinder werden ruhiger, Lern- und Verhaltensstörungen bessern sich, Medikamente können eingespart werden.

Als Bestandteil der Muttermilch sind sie für die Entwicklung der Sehschärfe verantwortlich.

Ausgezeichnete Lieferanten für diese Fettsäuren sind  bestimmten Fischsorten wie Lachs, Makrele, Hering, Aal und Thunfisch sowie mageres Fleisch von Tieren aus Weidehaltung. Werdende Mütter sollten zwei Mal pro Woche eine Portion davon essen. Der Körper legt dann wertvolle Fettsäurespeicher an, die während der Schwangerschaft ins Gehirn, Augen und Leber des wachsenden Babys eingelagert werden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft regelmäßig viel Seefisch (über 340 Gramm pro Woche) gegessen haben, ein deutlich niedrigeres Risiko für eine eingeschränkte Entwicklung hinsichtlich verbaler Intelligenz, Feinmotorik und sozialer Entwicklung haben.

  • Magnesium

Auch dieser Nährstoff ist wichtig für ein gut funktionierendes Nervensystem Ein Mangel zeigt sich in Konzentrationsstörungen, erhöhter Stressempfindlichkeit und leichter Erregbarkeit. Gute Lieferanten für Magnesium sind Vollkorngetreideprodukte, Milch und Milchprodukte, Geflügel, Fisch und viele Gemüsearten.

  • Zink

spielt ebenfalls im Gehirnstoffwechsel eine entscheidende Rolle.  Bereits ein leichter Mangel während der Kindheit kann zu Wachstumsverzögerungen, Immunschwäche und erhöhter Reizbarkeit und Aggressivität führen. Die Zinkspeicher im Körper sind haben nur sehr begrenzt Platz, deshalb ist eine regelmäßige Aufnahme dieses Nährstoff besonders wichtig. Gute Zinklieferanten sind Fleisch, Eier, Milch, Käse und Vollkornerzeugnisse.

  • B-Vitamine

Vitamin B1, B6 und Folsäure sind für eine einwandfreie Funktion der Nervenzellen unentbehrlich. Günstige Vitamin B1-Quellen sind Schweinefleisch, Vollkornprodukte, Kartoffel und Hülsenfrüchte. Reichlich Vitamin B 6 liefern Hühner- und Schweinefleisch, Vollkornbrot, Sojabohnen und Linsen, grüne Bohnen und Kohl. Die besten Folsäure-Lieferanten sind neben Fleisch und Eiern Tomaten, Gurken, Spinat, Kohl sowie einige Obstsorten wie Orangen und Weintrauben.

 

Mit dem richtigen Speiseplan die geistigen Fähigkeiten erhalten

Gerade ältere Menschen sind oft mit diesen Nährstoffen nicht optimal versorgt. Nachlassendes Hunger- und Durstgefühl, verminderter Geschmacks- und Geruchssinn und eine Verschlechterung des Kau- und Schluckvermögens, - was dazu führt, dass insgesamt zu wenig gegessen wird -, sowie Unverträglichkeiten und die Einnahme von mehreren Medikamenten sind die Ursachen dafür.

Das beschleunigt das Nachlassen von Gehirnfunktionen. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen und Verwirrung stellen sich eher ein.

Jeder Dritte unter den 80-Jährigen erkrankt an der Alzheimer Krankheit und es ist davon auszugehen, dass diese Zahl künftig stark zunehmen wird, weil immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen. Eine Heilung dieser Erkrankung ist bis heute noch nicht möglich, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko der Krankheit verringern. Sehr wichtig ist eine nähr- und vitalstoffreiche Ernährung.

Unser Gehirn kann nur dann einwandfrei arbeiten, wenn es ständig nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit Energie und Nährstoffen in der richtigen Menge versorgt wird.