Fett - Energielieferant Nummer eins

 

WISSENSWERTES ÜBER FETT

Keine Angst vor Fett! „Fett macht fett“, so werden Butter, Öle, Speck oder Sahne oft verteufelt. Auch wenn es plausibel erscheint, ist es so nicht richtig. Nicht ein einziger Nährstoff, auch nicht ein einziges Lebensmittel ist schuld daran, wenn sich Fettpolster am Körper ansammeln.

Zwar sind Fette mit neun kcal pro 100 Gramm die Nährstoffe mit dem höchsten Energiegehalt. Aber zunehmen wird der Körper immer nur dann, wenn wir ihm längerfristig mehr Kalorien zuführen, als er braucht. Dann legt er Reserven in Form von Fettpolstern an, die sich an Bauch, Beinen, Po oder anderen Körperstellen zeigen. Da unterscheidet er nicht, ob es Fett oder andere Nährstoffe wie Kohlenhydrate oder Eiweiße sind.

 

Wer wenig Fett isst, um Kalorien zu sparen, schlägt oft bei den Kohlenhydraten reichlich zu, die nicht nur den Blutzucker in die Höhe treiben, sondern auch - wenn der Körper genug hat -  in Fett umgewandelt werden.  Das ist besonders für Diabetiker ungünstig. Viele wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Diäten, die weniger Kohlenhydrate in Form von Zucker, Stärke und süßen Getränken enthalten und dafür mehr Fett und mehr Eiweiß, erfolgreicher sind als die fettarmen Varianten. Zudem schmecken fettreichere Mahlzeiten besser, denn Fette liefern reichlich Geschmacksstoffe.

NUR DAS BESTE  FETT IST GUT GENUG!

Fette sind lebenswichtig. Wir brauchen Fette für unsere Gesundheit. Jede Zelle im Körper braucht Fett als Baustoff.  Fette liefern lebenswichtige Vitamine und Fettsäuren. Auf Fette zu verzichten wäre vollkommen ungesund. Aber Fett ist nicht gleich Fett. Es gibt unterschiedliche Fettqualitäten. Die Zusammensetzung des Fetts entscheidet darüber, ob ein Fett dem Körper gut tut oder der Gesundheit schadet, ob es lange haltbar ist oder schnell verdirbt, ob es sich zum Braten eignet oder besser für das Salatdressing geeignet ist. 
Ob Speck, Öl, Butter oder Margarine, die Hauptbestandteile von Fetten sind Fettsäuren.  Es gibt: 

  • Gesättigte Fettsäuren
    Diese Fettsäuren sind vor allem in Butter, Schweineschmalz, Kokosfett und Palmkernfett
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren
    Diese Fettsäuren sind vor allem in flüssigen Fetten bzw. Ölen enthalten, z.B. in Rapsöl, Olivenöl, Erdnussöl, Palmöl.  Aber auch  Schweine- oder Geflügelfett  enthalten einfach ungesättigte Fettsäuren. Die wichtigste ungesättigte Fettsäure ist die Ölsäure
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
    Öle, die reich sind an mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sind Distelöl, Walnussöl, Leinöl und Weizenkeimöl. Der Körper braucht sowohl gesättigte als auch ungesättigte Fettsäuren. Die richtige Mischung macht´s! Natürliche Fette, ob pflanzlich oder tierisch,  sind immer ein Mix aus ungesättigten und gesättigten Fettsäuren. Als besonders wertvoll gelten Rapsöl und Olivenöl. Diese Öle enthalten gesättigte und ungesättigte Fettsäuren in einem besonders günstigen Verhältnis.

OMEGA-3-FETTSÄUREN – BESONDERS WICHTIG

Die zu den ungesättigten Fettsäuren zählenden Omega-3-Fettsäuren haben phantastische Wirkungen im Körper. Sie sind unentbehrlich für die Entwicklung einer gesunden Gehirnfunktion, sie bedeuten Power für das Immunsystem, sie hemmen die Blutgerinnung und damit die Thrombose Gefahr, sie senken besonders gut die Blutfette (Triglyzeride), sie beugen Herzrhythmusstörungen  und Entzündungen im Körper vor. Omega-3-Fettsäuren mit diesen Wirkungen kommen vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, in fetten Fischen wie Lachs, Makrele oder Hering. Sie heißen EPA und DHA. Damit der Körper genügend davon bekommt, sollte zweimal die Woche ein Fischgericht mit fettem Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Wer keinen Fisch mag, sollte sich in der Apotheke oder beim Arzt zur Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels beraten lassen.

Öle wie Rapsöl, Walnussöl und Leinöl enthalten eine Vorstufe dieser gesunden Omega-3-Fettsäuren, die alpha-Linolensäure. Diese kann, wenn wir genügend davon aufnehmen, in EPA  und DHA umgewandelt werden. Allerdings ist die Umwandlungsrate so gering, dass pflanzliche Fette bei der Versorgung mit lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren keine Rolle spielen.

TRANS-FETTSÄUREN – LIEBER NICHT SO OFT

Genießen Sie selten Blätterteiggebäck, fettreiches Salzgebäck wie Chips, billige Kekse oder Nuss-Nougatcremes. Diese Lebensmittel enthalten so genannte Trans-Fettsäuren, die der Gesundheit nicht gut tun. Sie haben einen schlechten Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut, sie fördern die Entstehung von Entzündungen im Körper, sie hemmen die positive Wirkung von gesunden Omega-3-Fettsäuren. Trans-Fettsäuren entstehen bei der industriellen Härtung von flüssigen Fetten. Auch bei einer langen Erhitzung von Frittierfetten können diese ungesunden Fettsäuren entstehen.

Schützen Sie sich vor diesen Fetten, indem Sie auf Lebensmittel, in deren Zutatenverzeichnis Sie die Angaben „enthält gehärtete Fette“ finden, verzichten.

KLEINES FETT-LEXIKON

  • Raffinierte Öle
    Bei der Raffination werden die Öle, entschleimt, entsäuert, gebleicht und desodoriert. Dabei werden  unerwünschte Bestandteile, aber auch Aromen und andere Fettbegleitstoffe aus dem Öl entfert. Die Öle sind dadurch länger haltbar. Die Raffination dient außerdem der Gewinnung von reinen Ölen und Fetten für die Weiterverarbeitung zum Beispiel die Fetthärtung. Raffinierte Speiseöle häufig  länger haltbar, heller und nicht so geschmacksintensiv wie nicht raffinierte Öle (ausgenommen Lein- und Distelöl).
  • Nicht raffinierte Öle
    Nicht raffinierte Speisefette und -öle werden ebenfalls durch Ausschmelzen oder schonende mechanische Verfahren wie Pressen und Zentrifugieren gewonnen. Sie dürfen aber auch mit Wasserdampf behandelt und getrocknet werden
  • native Öle
    werden durch Pressen der Rohware oder andere schonende mechanische Verfahren hergestellt. Tragen native oder nicht raffinierte Öle zusätzlich die Bezeichnung „kaltgepresst“ oder „aus erster Pressung“, so werden sie mit besonderer Sorgfalt bei der Auswahl der Rohstoffe durch Pressen ohne Wärmezufuhr unter möglichst schonenden Bedingungen gewonnen.

Native und nicht raffinierte Öle haben ein besonderes, arteigenes Aroma und einen deutlichen, artspezifischen Saat- oder Fruchtgeschmack. Sie zeigen zudem meist eine intensivere Färbung. Für Olivenöl und Kakaobutter gelten besondere Bestimmungen.

Quelle: www.waswiressen.de

WELCHES FETT WOFÜR?

Das große Ölangebot in den Supermärkten macht die Auswahl des richtigen Fetts auf den ersten Blick schwer. Nutzen Sie die Vielfalt und verwenden Sie unterschiedliche Öle in der Küche. Ob sich ein Fett für die kalte oder warme Küche eignet, ist von seiner Zusammensetzung und der Art der Herstellung abhängig.

  • Zum Kurzbraten, Schmoren und Dünsten sind raffinierte Öle zu empfehlen. Ideal dafür sind ölsäurereiche Öle wie Olivenöl, Rapsöl, Erdnussöl. Besonders unempfindlich gegen Hitze und auch gesund sind Butterschmalz, Kokos- oder Palmkernfett.
  • Kalt gepresste und nicht raffinierte Öle oder native Öle enthalten noch ihre wertvollen Bestandteile, die bei der Heißpressung verloren gehen. Sie sind besonders geschmacksintensiv .Kaltgepresste Öle sind fürs Braten und Kochen zu schade, nutzen Sie sie für die kalte Küche.
  • Probieren Sie auch die besondere Note von Walnussöl oder Leinöl.
  • Als Streichfett können Sie Butter oder Margarine verwenden, ganz nach Ihrem Geschmack

Zum Schutz der gesunden Fettsäuren müssen alle Öle kühl und dunkel gelagert werden, am besten im Kühlschrank. Wenn die Flaschen geöffnet sind, verbrauchen Sie das Öl innerhalb von vier bis acht Wochen.