Kleines Wunder Haut!

 

Die Haut erfüllt wichtige Funktionen und ist mit bis zu zwei Quadratmetern das größte menschliche Organ.

Die Haut zeigt an, wie alt ein Mensch ist, ob er sich wohl fühlt oder krank ist. Bei großer Wut wird die Haut rot, bei Schrecken blass. Die Haut ist mit einer Fläche von bis zu zwei Quadratmetern mit Abstand das größte menschliche Sinnesorgan - und findet oft viel zu wenig Beachtung.

 

 

Die Haut erfüllt wichtige Funktionen

Schutz:
Die wasserdichte, gepolsterte Schicht stellt eine Barriere vor äußeren Einflüssen wie Hitze und Kälte, Austrocknung, Strahlung, aber auch vor Bakterien, Pilzen und Viren dar. Sie schützt zudem vor mechanischer Gewalt wie Stößen oder Druck.

 

Sinnesfunktionen:
Die Haut ist die Verbindung zur Umwelt. Sie dient als Sensor für Temperatur- und Schmerzempfinden. Zudem ermöglichen die vielen Rezeptoren das Tasten.

 

Speicherfunktion:
Die Haut speichert Energiereserven und setzt diese im Bedarfsfall frei.

 

Bildung von Vitamin D:
Unter Einfluss von Sonnenlicht wird in der Haut Vitamin D gebildet. Der Körper benötigt dieses Vitamin u.a. für den Knochenaufbau, für kräftige Zähne und zur Stärkung des Immunsystems.

 

Regulationsfunktion:
Regulator für Wasserhaushalt, Temperatur, Kreislauf oder Gasaustausch - von uns unbemerkt erfüllt die Haut all diese Rollen. So wird z.B. die Körpertemperatur durch Frösteln bzw. Schwitzen aufrecht erhalten. Die Schweißdrüsen ermöglichen die Ausscheidung von Wasser, Salz und stickstoffhaltigen Stoffwechselprodukten. 
Obwohl sie nur wenige Millimeter dünn ist, ist die Haut in mehrere Schichten unterteilt: die Oberhaut (Epidermis), die Lederhaut (Corium) und die Unterhaut (Subcutis).

 

Schutz und Geschmeidigkeit: die Oberhaut (Epidermis)

 

Die Hautoberfläche (Oberhaut) ist nicht dicker als ein Blatt Papier und besteht wiederum noch einmal aus mehreren Schichten. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Körper vor Einflüssen wie Wasser, Sonne, Staub oder Schmutz zu schützen.

Die äußerste Schicht der Oberhaut besteht u.a. aus verhornten und miteinander verklebten Zellen, welche einen guten Schutzpanzer (Säureschutzmantel) gegen Außenreize darstellen. Der dünne Film aus Fett, Schweiß und abgestorbenen Hautzellen sorgt für Geschmeidigkeit und bietet zuverlässigen Schutz vor Bakterien und Pilzen. Innerhalb von 27 Tagen wird die Oberhaut komplett erneuert: Ihre oberste Schicht, die Keimschicht, produziert laufend neue Zellen nach, die dann an die Hautoberfläche gestoßen werden, während die obersten verhornten Plättchen abschuppen. Sie ist fest mit der darunter liegenden dicken Lederhautschicht verbunden.

Versorgungssystem und verantwortlich für den Tastsinn: die Lederhaut

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Lederhaut robust und trotzdem elastisch. Die Lederhaut gilt als Versorgungssystem des gesamten Organs. Die darin befindlichen Nervenenden sorgen dafür, dass Kälte und Wärme gefühlt werden können. Zudem liefern sie dem Tastsinn die Signale. Außerdem ist diese Schicht von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen, und es finden sich hier Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen sowie Haarbläschen, welche für die Bildung der Haare zuständig sind.

 

Stoßdämpfer, Isolator und Nährstoffreserve: die Unterhaut

Die dicke Unterhaut besteht zum großen Teil aus Bindegewebe mit eingelagerten Fettpolstern und wird daher auch Unterhautfettgewebe genannt. Gefestigt wird das Bindegewebe durch Fasern aus der darüber liegenden Lederhaut. Das Fettgewebe dient zum einen als Stoßdämpfer gegen Druck, zum anderen wirkt es wie eine Isolationsschicht - der Körper verliert weniger Wärme und nimmt auch nicht so rasch Hitze auf. Zudem ist es eine Nährstoffreserve für mögliche Notzeiten.

 

Eines der wichtigsten Sinnesorgane

Diese genannten Funktionen laufen unbemerkt jeden Tag ab. Dass die Haut für den Menschen täglich eine Menge Arbeit leistet, wird oft erst auf dem zweiten Blick ersichtlich. Die Sinnesrezeptoren in der Haut beispielsweise schlagen bei Gefahr sofort Alarm: Gerät man mit der Hand an eine heiße Herdplatte, zieht man diese automatisch zurück, weil die Sinnesrezeptoren sofort reagieren.

Die Folgen einer vernachlässigten Haut können fatal sein, zum Beispiel, wenn diese zu trocken ist: Dadurch, dass nicht ausreichend Fett und Feuchtigkeit gespeichert werden, kann es zur Zerstörung des natürlichen Säureschutzmantels kommen. Winzige Verletzungen in der Haut führen dazu, dass Infektionserreger wie Bakterien und Pilze sowie Schadstoffe leichter eindringen können. Hautschäden wie Ekzeme können die Folge sein. Eine umfassende Hautpflege ist daher unerlässlich - der Haut zuliebe!

Autor: Wiebke Raue
Erstmalig erschienen bei www.diabetesgate.de