Probiotika und Präbiotika - Hilfe bei Problemen mit dem Darm

Schon seit Anfang dieses Jahrhunderts beschäftigen sich Forscher mit der Frage, ob und wie sich die Darmflora durch die Ernährung beeinflussen lässt. Erst in den letzten Jahrzehnten entdeckten sie, dass es vor allem milchsaure Produkte sind, die sich positiv auswirken. Am günstigsten sind solche Lebensmittel, die lebende Bakterien in großer Menge enthalten. Das Problem ist jedoch, dass die meisten Bakterien durch Magensäure oder Gallensäuren abgetötet werden.

 Probiotika widerstandfähige Bakterienstämme, die dem Darm nicht schaden.

Deshalb wurden Bakterienstämme gezüchtet, die gegen die Säure widerstandsfähiger sind und ohne Schaden den Darm erreichen, wo sie sich für einige Tage ansiedeln können. Diese Bakterien werden als Probiotika bezeichnet.

Probiotika gibt es als Zusatz in Lebensmitteln oder auch in Pillenform als Nahrungsergänzungs- oder Arzneimittel.  Die meisten probiotischen Lebensmittel finden sich in der Gruppe der Milchprodukte. Aber auch Müslimischungen, Fruchtsaftgetränke, Wurstwaren oder Säuglingsnahrung sind mit probiotischen Mikroorganismen angereichert.

 

Probiotika sind definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen erbringen.

 

An probiotische Bakterienstämme werden ganz besondere Anforderungen gestellt:

  • Sie müssen aus dem menschlichen Darm stammen
  • Sie müssen sehr stabil gegenüber sauren Verdauungssäften sein, sodass ein großer Teil auch den Darm erreicht
  • Sie müssen sich vorübergehend für einige Tage im Darm ansiedeln
  • Sie müssen krankheitserregende Keime im Darm vermindern
  • Sie müssen für den Menschen bei regelmäßiger Aufnahme gesundheitlich unbedenklich sein
  • Ihre gesundheitsfördernden Wirkungen müssen in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden sein.

Diese Ansprüche erfüllen vor allem Vertreter der Gattungen Lactobazillus und Bifidobakterium.

Was können probiotische Bakterien?

Experten befürworten grundsätzlich die regelmäßige Zufuhr von Probiotika. Probiotischen Mikroorganismen wird eine Reihe von positiven Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden zugeschrieben:

Probiotika können:

  • Durchfallerkrankungen bei Kindern vorbeugen und deren Dauer verkürzen
  • Durch die Einnahme von Antibiotika hervorgerufene Durchfälle vermindern
  • Beschwerden bei Verstopfung lindern: Stuhlhäufigkeit und Stuhlkonsistenz verändern sich positiv
  • Die Verträglichkeit von Milchzucker verbessern
  • Bei Infektionen der Atemwege die Erkältungsdauer verkürzen und die Symptome lindern
  • Die altersbedingt eingeschränkte Immunfunktion von Senioren stärke, um Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten
  • Beschwerden bei chronischen entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus crohn sowie beim Reizdarmsyndrom lindern
  • Zur Vorbeugung von Neurodermitis und allergischen Hauterkrankungen bei Kindern beitragen, wenn Frauen in der späten Schwangerschaft und in der Stillphase regelmäßig Probiotika zu sich nehmen
  • Darm- und Blasenkrebs vorbeugen.

Wie viele Probiotika werden empfohlen?

Wie hoch die Zufuhr der probiotischen Bakterien sein sollte, um einen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen, ist nicht genau bekannt. Bislang geht man davon aus, dass eine tägliche Mindestaufnahme von 108  bis 109 probiotischen Mikroorganismen - entweder als probiotisches Lebensmittel oder in Kapselform - für die gesundheitsfördernden Effekte bedeutsam ist. Allerdings nur, wenn sie regelmäßig zugeführt werden, sonst werden sie aus dem Darm einfach wieder ausgewaschen. Sobald die Zufuhr eingestellt wird, lässt die Besiedelung mit den gesundheitsfördernden Keimen nach.