Depressionen

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Patient selbst sehr großen Einfluss auf den Behandlungserfolg. Je besser es gelingt, die Krankheit zu akzeptieren,  in das Leben zu integrieren und die Behandlung durch die Wahl des richtigen Lebensstils zu unterstützen, desto höher die Lebensqualität. Diabetes ist eine Chance, aber bedeutet auch eine hohe Verantwortung. Vom Diabetes gibt es keinen Urlaub und auch keine vorübergehende Auszeit. Disziplin, tägliches Blutzuckermessen, oft auch tägliches Spritzen von Insulin  ist für die Diabetes-Therapie unabdingbare Voraussetzung. Diabetes bedeutet sich jeden Tag um die Behandlung kümmern. Das überfordert viele Diabetiker, besonders dann, wenn noch weitere Stressfaktoren im Leben dazu kommen wie z. B. Überbelastung im Job oder Stress in der Familie.

Jeder achte Diabetiker entwickelt im Laufe des Lebens eine klinische Depression, jeder fünfte leidet an depressiven Verstimmungen, Niedergeschlagenheit, Ängsten oder Antriebslosigkeit. Diabetiker leiden doppelt so häufig unter an einer depressiven Störung wie Nichtdiabetiker. Die Hauptursache dafür ist eine Überforderung. Aber auch Entzündungen im Körper  scheinen bei der Entstehung eine Rolle zu spielen.

DEPRESSIONEN VERSCHLECHTERN DIE BLUTZUCKERWERTE BEI DIABETIKERN

Psychische Probleme zeigen sich bei den meisten Diabetikern unmittelbar in schlechteren Stoffwechselwerten. Die „Eigenbehandlung“ wird vernachlässigt. Die täglichen Blutzuckerwerte und auch der Langzeitblutzuckerwert HbA1C entwickeln sich ungünstig nach oben. Das Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen ist bei Diabetikern mit Depressionen größer

DEPRESSIONEN ERHÖHEN DAS RISIKO FÜR DIE ENTSTEHUNG VON DIABETES MELLITUS

Depressionen und Diabetes gehören auf doppelte Weise zusammen. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen. Gleichzeitig erkranken depressive Menschen sehr viel häufiger an der Zuckerkrankheit als nicht depressive Menschen. Die Erklärung der Ärzte dafür ist: Depressive Menschen führen häufig einen ungesunden Lebensstil. Sie rauchen mehr, trinken mehr Alkohol, achten nicht auf ihr Körpergewicht, interessieren sich nicht für eine gesunde Ernährung, bewegen sich wenig und sind häufiger übergewichtig. Gleichzeitig stellen Wissenschaftler bei depressiven Menschen vermehrt Stresshormone im Blut wie z. B. Cortisol fest, die die Wirkung des  „Blutzuckersenkers“ Insulin beeinträchtigen.

DEPRESSIONEN BEI DIABETES – AUF DIE RICHTIGE UND FRÜHE BEHANDLUNG KOMMT ES AN

Diabetiker, die erkennen, dass sich über längere Zeit die gemessenen Blutzuckerwerte verschlechtern, die unter Stress leiden, sich überfordert fühlen oder anhaltend nervös und unruhig sind oder große Angst vor Folgeerkrankungen des Diabetes haben, sollten sich direkt an den behandelnden Diabetologen wenden oder Kontakt zu einem diabeteserfahrenen Psychologen oder Psychotherapeuten aufnehmen. Nicht selten steckt hinter den Depressionen auch ein Problem, das mit der Erkrankung selbst überhaupt nichts zu tun hat.
Depressionen sind sehr gut zu behandeln, mit Medikamenten oder einer Psychotherapie. Mit der richtigen Therapieform können rund 80% der Erkrankten erfolgreich behandelt werden.

Umfassende Informationen zu Diabetes und Angst, Depression, Unterzuckerung, Sexualität, zur Behandlung von Depressionen sowie eine Online-Suche nach Psychotherapeuten,  in der Adressen von  erfahrenen Psychotherapeuten aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und Schweiz aufgelistet, stellt die „Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie“ der Deutschen Diabetesgesellschaft zur Verfügung.

DEPRESSIONEN BEI DIABETES ONLINE BEHANDELN -STUDIE DER LEUPHANA UNIVERSITÄT LÜNEBURG

Das GET.ON-Training für Diabetiker  mit depressiven Symptomen der Leuphana-Universität Lüneburg soll helfen,  Stimmung und Lebensqualität zu steigern.

Diabetiker erfahren zum Beispiel:

  • was Sie gegen Ihre depressiven Symptome tun können
  • wie Sie wieder mehr Freude in Ihrem Alltag erfahren und Erschöpfungszustände überwinden
  • mit welchen Techniken Sie sorgenvolles Grübeln stoppen und Probleme lösen können
  • wie Sie mit Sorgen über Diabetes-Komplikationen und Folgeerkrankungen umgehen können

Zudem erhalten sie nützliche Tipps zum Umgang mit ihrem Diabetes sowie zu den Themen Bewegung und soziale Unterstützung.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie kann dieses Training für eine begrenzte Teilnehmerzahl kostenfrei angeboten werden. 
Diabetiker, die an dem online-Training teilnehmen möchten, können sich unter www.geton-training.de anmelden