Was ist Diabetes

Medikamente bei schwankendem Blutzuckerwert?

Diabetes mellitus Typ 3 - was ist das?

Prädiabetes

Hypoglykämischer Schock

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Medikamente bei schwankendem Blutzuckerwert?

Frage:

Ist die Gabe von Tabletten z. B. Metformin bei einem schwankenden Blutzuckerwert von 7 bis 8,2 wirklich erforderlich?

Antwort:

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn der Blutzuckerwert nüchtern höher als 7 Millimol pro Liter liegt. Der vom Arzt gemessene Blutzuckerwert ist also zu hoch und bedeutet, dass er Diabetiker ist.

Die Grundlage jeder Diabetes-Behandlung ist ein gesunder Lebensstil, d.h. richtig essen und trinken und regelmäßig Bewegung. Bei vielen Diabetikern ist eine Änderung des Lebensstils ausreichend, um den Blutzucker im normalen Bereich zu halten. Wenn das nicht ausreicht, verordnet der Arzt Medikamente, z. B. Metformin, oder später häufig Insulin.

Diabetiker können ein ganz normales Leben führen. Sie können gut essen und trinken, reisen und auch Sport treiben. Langfristig unbehandelte hohe Blutzuckerwerte führen zu Schäden im Körper, vor allem an den Augen, den Nieren, den Nerven. Um das zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, dass der Betroffene regelmäßig den behandelnden Arzt aufsucht, um entsprechende Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen.

Günstig wäre die Teilnahme an einer Diabetiker-Schulung. Dort erfährt man von Experten, worauf es bei einem Leben mit Diabetes ankommt.

Ausführliche Informationen rund um das Krankheitsbild, sowie praktische Tipps und Informationen zur Behandlung und zu einem diabetesgerechten Lebensstil gibt es auch hier bei unter "Was ist Diabetes?".

   

Diabetes mellitus Typ 3 - was ist das?

Frage:

Ich bin insulinpflichtig geworden nach einer schwersten Pankreasentzündung und einer OP (Drainage Pseudozyste). Ein Arzt rechnet mich eher zum Typ 1, ein anderer zum Typ 2 und neulich erklärte mir ein Krankenhausfacharzt ich sei Typ 3. Wo kann ich ausführliche Informationen über den zuletzt genannten Typ 3 erhalten?

Antwort:

Als Diabetes mellitus Typ 3 wird ein Krankheitsbild bezeichnet, das weder dem Diabetes Typ 1 oder

Diabetes Typ 2 zuzuordnen ist.

Diabetes mellitus Typ 3 wird - je nach Ursache- in  acht verschiedene Typen unterteilt:

Typ 3A: genetische Schädigung der Betazellfunktion (Betazellen sind die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse)

Typ 3B: genetische Defekte der Insulin-Wirkung

Typ 3C: Krankheiten der nach außen sezernierenden Bauchspeicheldrüse

Typ 3D: Krankheiten, die durch hormonelle Störungen entstehen

Typ 3E: Diabetes durch Drogen oder Chemikalien

Typ 3F: Diabetes infolge von Infektionen

Typ 3G: seltene, immunologisch vermittelte Formen von Diabetes

Typ 3H: andere genetische Syndrome.

Ihr Arzt kann Sie dazu beraten, zu welchem Typ Ihre Erkrankung zählt.

Am häufigsten zeigt sich der Typ 3A. Dieser Typ wird auch als Mody (Maturity Onset Diabetes oft he Young) -Diabetes bezeichnet. Ärzte unterscheiden zwischen fünf verschiedenen Mody-Typen mit unterschiedlichen genetischen Defekten als Ursache. Bezeichnend für diese Erkrankung ist, dass sie vor dem 25. Lebensjahr auftritt, die Patienten nicht übergewichtig sind (BMI unter 25) und kein Typ 1-Diabetes in der Familie bekannt ist.

Bei den am häufigsten vorkommenden Typen des Mody-Diabetes verläuft die Erkrankung und auch die Behandlung ähnlich wie beim Diabetes mellitus Typ 2. Entscheidend ist eine gute Blutzuckereinstellung, die der Erkrankte durch seinen Lebensstil (Ernährung, mehr Bewegung, Normalgewicht) selbst beeinflussen kann. Reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, wird die Therapie mit Tabletten und/oder Insulin fortgesetzt.

   

Prädiabetes 

Frage:

Der Arzt hat heute zu meinem Mann gesagt, er hat zu hohen Blutzucker. Was soll ich jetzt tun? Können Sie mir helfen?

Antwort:

Dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte bezeichnet man als Diabetes mellitus. Viele Diabetiker haben allerdings bereits einige Jahre vor der Diagnose schon erhöhte Zuckerwerte im Blut, ohne dass sie es bemerkt haben. Dieses Stadium wird als Prädiabetes bezeichnet. Oft wird diese Erkrankung zufällig bei einer Routine-Untersuchung entdeckt. Das Tückische an der Zuckerkrankheit ist, dass sie über viele Jahre keinerlei Beschwerden bereitet.

Hohe Blutzuckerwerte können gefährlich werden, wenn sie unbehandelt bleiben. Große und kleine Blutgefäße sowie Organe werden geschädigt.

Häufigste Ursache zu hoher Zuckerwerte im Blut ist neben der genetischen Disposition ein falscher Lebensstil. Ungesunde und zu üppige Ernährung sowie Bewegungsmangel führt zu Übergewicht und das verstopft die Zellen. Der Zucker wird nicht mehr aufgenommen, sondern bleibt im Blut.

Die erste Therapiemaßnahme heißt bei dieser Form von Diabetes mellitus (Typ 2) deshalb immer: Lebensstiländerung, also anders essen und mehr bewegen, sodass die Pfunde purzeln. Schon eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm kann den Blutzuckerwert senken, und meistens sinken damit auch andere bei Diabetikern oft erhöhte Werte, wie Cholesterin und/oder Blutdruck.

Wenn Ihr Mann übergewichtig ist, empfehlen wir auch ihm abzunehmen, sodass er möglichst noch viele Jahre ohne Tabletten oder Insulininjektion auskommt.

Das ist gar nicht so schwer, wenn Sie ihn unterstützen. Gemeinsam geht´s leichter und ist meistens erfolgreicher.

   

Hypoglykämischer Schock

Frage:

Vor einigen Tagen hatte mein Vater nachts einen hypoglykämischen Schock. Meine Mutter wurde nachts durch ein Stöhnen geweckt und fand meinen Vater nicht ansprechbar vor. Die Augen waren fast geschlossen und er stöhnte. Sie alarmierte sofort den Notarzt, der eine Unterzuckerung feststellte. Zum Glück ist alles gut verlaufen und er wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Im Nachhinein stellt sich mir die Frage, ob ich in dieser Situation richtig gehandelt habe. Leider muss ich dies verneinen. Ich weiß nur nicht, wie ich es besser hätte machen können. Als ich meinen Vater so liegen sah, tippte ich auf einen Schlaganfall. Ich habe mit ihm gesprochen und seine Hand gehalten. Meine Vermutung auf Schlaganfall war jedoch falsch. Sollte diese Situation nochmals auf mich zukommen, wie soll ich vorgehen? Stabile Seitenlage? Schocklage? Wie kann ich als Laie einen Schlaganfall von einem hypoglykämischen Schock unterscheiden?

Antwort:

 

Ihre Mutter hat absolut richtig gehandelt, indem sie sofort den Notarzt gerufen hat.

Zu Unterzuckerungen kann es bei Diabetikern aus verschiedenen Gründen kommen. Häufigste Ursachen sind:

  • zu viel Insulin gespritzt
  • zu wenig gegessen
  • zu langer Spritz-Essabstand
  • zu starke Tablettenwirkung
  • Alkohol

Bei den Symptomen wird nach der Schwere der Unterzuckerung unterschieden. Generell sind schwere Unterzuckerungen mit einem Schock seltener. Warnsymptome einer Unterzuckerung können Schweißausbrüche, Herzklopfen, Müdigkeit und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sein. Werden keine Kohlenhydrate aufgenommen, die schnell zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen, treten weitere Symptome hinzu: Zittern, Sehstörungen, Orientierungslosigkeit.

Allerdings verändern sich die Symptome im Laufe eines Lebens oder treten in einer anderen Reihenfolge auf.

Schwere Unterzuckerungen führen zur Bewusstlosigkeit, evtl. auch Krampfanfällen. Die Symptome können ähnlich denen eines Schlaganfalls sein. Während leichte bis mittelschwere Unterzuckerungen von dem Diabetiker auch selbst behoben werden können, ist er bei schweren Unterzuckerungen auf fremde Hilfe angewiesen.

Wichtigste Maßnahme ist es, Erstickungen vorzubeugen:

  1. stabile Seitenlage
  2. keine Getränke einflößen
  3. falls vorhanden, Glukagon (Hormon, das die Abgabe von Zuckervorräten aus der Leber ins Blut bewirkt) spritzen
  4. Kopf seitlich festhalten
  5. Arzt verständigen

Schwere Unterzuckerungen sollten möglichst vermieden werden.

Wir empfehlen Ihnen und Ihren Eltern, an einer Schulung für Diabetiker und ihren Angehörigen teilzunehmen. Es gibt auch spezielle Schulungen für das richtige Verhalten bei Unterzuckerungen. Am besten lasen sie sich von einem Diabetologen bei der Auswahl einer Schulungsmaßnahme beraten.