So wird Schwangerschaftsdiabetes erkannt

Bei Frauen mit erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes wird direkt nach Feststellung der Schwangerschaft in der Arztpraxis ein Blutzuckertest vorgenommen. Damit erkennt der Arzt, ob bereits vor der Schwangerschaft eine unentdeckte Zuckerstoffwechselstörung vorlag.
Liegt der Blutzuckerwert, morgens nüchtern gemessen, über 200 mg/dl oder, zu einer beliebigen Tageszeit gemessen, über 92 mg/dl, sollte der Arzt einen zweiten Blutzuckertest nüchtern vornehmen. Liegt der gemessene Wert zwischen 92 und 125 mg/dl, heißt die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes. Ist der Wert größer als 125 mg/dl heißt sie Diabetes mellitus Typ 2.

Alle Frauen sollten während der 24. und 28 Schwangerschaftswoche beim Gynäkologen oder bei einem Diabetologen einen zweistündigen Zuckerbelastungstest, auch 75 –g-Glucosetoleranztest (oGTT) genannt, machen lassen. Der Test sollte morgens nüchtern gemacht werden.
Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Dieser Test wird von der Deutschen Diabetes Gesellschaft und von der WHO empfohlen.

Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn einer dieser Grenzwerte überschritten wird:
Zeitpunkt  Grenzwert in venösem Plasma
mg/dl mmol/l
Nüchtern 92 5,1
Nach 1 Stunde 180 10,0
Nach 2 Stunden 153 8,5
Quelle: Evidenzbasierte Leitlinie Gestationsdiabetes, Kleinwechter et al.,2011, http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/

Alternativ wird in vielen Arztpraxen ein Blutzuckertest mit 50 Gramm Glukose, nicht nüchtern und mit nur einer Blutzuckermessung nach 60 Minuten vorgenommen. Auch das ist möglich, allerdings ist dieser Text weniger genau. Bei einem Wert im Bereich von 135 bis 200 mg/dl (7,5 bis 11,1 mmol) sollte der Arzt  zeitnah einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) mit 75 g Glukoselösung morgens nüchtern (nach Einhaltung von mindestens 8 Stunden Nahrungskarenz) durchführen.

Trifft der Gynäkologe die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes, sollte die Behandlung unbedingt in Zusammenarbeit mit einem Diabetologen in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis fortgeführt werden.

Patienteninformation: Ich bin schwanger. Warum wird allen schwangeren Frauen ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten? Gemeinsamer Bundesausschuss 2012