Auswirkung von Bewegung und Sport auf Diabetes

Bei vielen Diabetikern ist nicht nur der Zuckerstoffwechsel gestört. Vor allem bei schlecht eingestellten oder langjährigen Diabetikern funktioniert der Stoffwechsel  auch an anderen Stellen nicht reibungslos. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche mit moderater Intensität. Denn Bewegung wirkt an vielen Stellen des Stoffwechsels.
Bei regelmäßiger Bewegung

  • steigt der Blutdruck nach den Mahlzeiten nicht so hoch an
  • sinkt der HbA1c-Wert
  • kann die Dosierung von Blutzuckersenkenden Medikamenten verringert  oder
    die Einnahme ganz beendet werden
  • kann die Dosierung von Insulin verringert werden oder das Insulin kann abgesetzt werden
  • sinkt der Blutdruck
    (Studien zeigen, dass bei Diabetikern mit hohem Blutdruck der systolische und diastolische Blutdruck um 6 bis 7 mmHg sinken kann, wenn sie regelmäßig Ausdauertraining betreiben. Je höher der Blutdruck ist, desto stärker sinkt er durch regelmäßiges Ausdauertraining ab)
  • sinkt das Körpergewicht
  • sinken der LDL-Cholesterinwert und die Triglyzeride im Blut. Gleichzeitig steigt der Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins.
  • Sinkt das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Verbessert sich die Schlafqualität
  • Steigt die Laune
  • Verbessert sich die Knochendichte
  • wird Stress schneller abgebaut

Achtung: Die positiven Wirkungen stellen sich nicht sofort, sondern erst nach zwei bis drei Monaten ein.

Bewegung muss Spaß machen oder Fit wie ein Diabetiker

Nur wer mit Spaß dabei ist, wird es schaffen, den inneren Schweinehund zu überwinden und regelmäßig mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Suchen Sie sich eine Bewegungs-/ Sportart, die Ihnen entspricht, die ihnen Spaß und Freude bringt. Grundsätzlich ist fast jede Bewegungs- und Sportart auch für Diabetiker geeignet. Optimal ist eine Kombination aus Ausdauertraining und Kraftsport. Langfristige Effekte werden sich zeigen, wenn Sie sich täglich mindestens 30 Minuten bewegen. Es muss nicht immer Sport sein. Auch ein strammer Spaziergang kann bei täglichem „Genuss“ den Stoffwechsel nachhaltig positiv beeinflussen. Auch Tätigkeiten wie Gartenarbeit, Frühjahrsputz, ein anstrengender Wochenend-Einkauf sind Bewegung und senken den Blutzuckerspiegel. Auch „Spielen“ kann zu mehr Bewegung führen wie die Studie: „SPIELEND ZU MEHR BEWEGUNG – LEBENSSTILINTERVENTION MIT WII FIT PLUS BEI PERSONEN MIT TYP2 –DIABETES“, die unter der Leitung von Prof. Dr. Martin, Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums in Kooperation mit Novartis Pharma GmbH durchgeführt wurde.

Für alle ist ein sanfter Einstieg zu empfehlen. Dies gilt vor allem für übergewichtige oder adipöse Diabetiker und solche, die ihrem Körper bisher nur wenig Bewegung gegönnt haben. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Bewegungszeit und Bewegungsintensität in regelmäßigem Rhythmus.  Beginnen Sie zum  Beispiel mit 10 Minuten pro Tag und steigern Sie die Zeit langsam um eine bis mehrere Minuten wöchentlich. Bei Ausdauersportarten wie Walking, Nordic Walking oder Radfahren ist es anfangs hilfreich, die Bewegung durch langsamere Abschnitte (1 Minute) zu unterbrechen. Kontrollieren Sie die Belastung durch das Tragen eines Herzfrequenzmessers.

 

Vor dem Sport zum Doc

Diabetiker, die sich mehr bewegen oder Sport treiben möchten, sollten sich vor dem Start vom behandelnden Arzt grünes Licht dafür geben  und bei der Auswahl der Bewegungs-/Sportart beraten lassen. Folgeerkrankungen wie zum Beispiel die koronare Herzerkrankung müssen ausgeschlossen werden. Diabetiker mit Augenerkrankungen oder Nierenerkrankungen müssen regelmäßig Kontrolluntersuchungen vornehmen lassen. Die Füße, die bei Diabetes besonders gefährdet sind (diabetisches Fußsyndrom) müssen regelmäßig vom Arzt oder Podologen angeschaut sowie vor und nach der Bewegung vom Diabetiker selbst auf kleine Verletzungen, Schwellungen und Schwielen untersucht  werden.