Vorbeugung durch einen gesunden Lebensstil

 

Nach der Schwangerschaft normalisiert sich bei den meisten Frauen der Blutzuckerspiegel wieder. Eine Fortsetzung der Behandlung ist damit nicht mehr nötig. Nur bei ca. 5 Prozent der Betroffenen bleibt der Diabetes auch nach der Schwangerschaft bestehen. Bei vielen Frauen entwickeln sich nach der Schwangerschaft Störungen in der Zuckerverwertung, so genannte Glucosetoleranzstörungen. Das können Vorstufen einer Diabeteserkrankung sein. Um diese rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, sollte jede Frau nach ungefähr sechs bis acht Wochen nach der Entbindung bei einem Diabetologen einen Zuckerbelastungstest durchführen lassen und diesen mindestens alle zwei Jahre wiederholen lassen. Durch einen gesunden Lebensstiel sinkt das Risiko für Frauen mit Gestationsdiabetes nach der Schwangerschaft an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

 

Frauen mit Gestationsdiabetes haben ein hohes Risiko in einer weiteren Schwangerschaft wieder an Gestationsdiabetes zu erkranken. 50 bis 60 Prozent aller Frauen erkranken innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt an Diabetes mellitus Typ 2, obwohl sich der Blutzuckerspiegel direkt nach der Entbindung wieder normalisiert hat. Das lässt sich durch einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und gesunder ausgewogener Ernährung vermeiden. Es ist daher für jede Frau, die an Gestationsdiabetes erkrankt, zu empfehlen, den während der Schwangerschaft erprobten gesunden Lebensstil beizubehalten. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass auch das Stillen, das Risiko für Typ 2-Diabetes verringern kann. Experten empfehlen eine Stilldauer von vier bis sechs Monaten.

MUTTERMILCH – DAS BESTE FÜR DAS BABY

Muttermilch ist das Beste, was jede Frau ihrem Baby bieten kann. Mit Muttermilch bekommt das Baby sozusagen eine Rundum-Versorgung und das 24 Stunden lang. Muttermilch ist immer da, wenn sie gebraucht wird:  Sie löscht Babys Durst, sie stillt Babys Hunger, sie schützt es vor Allergien, liefert Baustoffe für Babys Immunsystem und kann Ihr Baby davor bewahren, später an Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) zu erkranken. Beginnen Sie mit dem Stillen am besten schon in den ersten zwei Stunden nach der Geburt. In den ersten vier bis sechs Monaten braucht das Baby nichts anderes als Muttermilch.

Aber auch für Sie selbst ist das Stillen ideal. Laut aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen können Frauen, bei denen in der Schwangerschaft Diabetes festgestellt wurde, ihr Risiko, später an Diabetes zu erkranken, um bis zu 40 Prozent senken, wenn sie stillen. Und Stillen bietet noch mehr Vorteile für Sie:

  • Stillen sorgt für gute Laune. Dafür sind Hormone verantwortlich, die beim Stillen im Gehirn gebildet werden. Sie schützen Sie vor Stimmungstiefs nach der Geburt
  • Stillen sorgt für eine gute Figur. Wenn Sie Ihr Baby voll stillen, verbraucht der Körper ungefähr 600 Kalorien pro Tag, die er sich zum Teil aus Ihren während der Schwangerschaft angelegten Fettpolstern holt.
  • Stillen ist praktisch. Muttermilch ist immer dabei und immer trinkfertig, am Tag sowie in der Nacht, ob zuhause, unterwegs oder im Urlaub. Sie liefert dem Baby Energie und Nährstoffe, genauso wie es sie braucht. Wenn Sie unterwegs sein wollen und Papa oder Oma die Fütterung übernehmen soll, pumpen Sie die Milch vorher einfach ab.
  • Stillen macht glücklich, Sie und Ihr Baby.
  • Stillen ist preiswert. Kosten für Babynahrung, Fläschchen sowie für Energie, um die Milch zuzubereiten und die Flaschen zu erwärmen, entfallen.
  • Stillen senkt das Risiko für Brust – und Eierstockkrebs

In der Stillphase können Hebammen oder Stillberaterinnen hilfreich sein. Sie beraten Sie schon vor der Geburt zu allen Fragen rund ums Stillen und stehen auch in den ersten Wochen zuhause mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere nützliche Tipps finden Sie auch unter Schwangere fragen - Experten Antworten

 

Buchempfehlungen zum Thema Schwangerschaftsdiabetes finden Sie unter Schwangerschaft, Eltern und Kind

 

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