Wissenswertes rund um Lebensmittel und Gesundheit

Granatapfel – mehr als nur eine gesunde Leckerei

Wussten sie, dass es in Griechenland keine Seltenheit ist, dass das Brautpaar während einer Hochzeit von der Hochzeitsgesellschaft mit getrockneten Granatäpfeln beworfen wird? Durch diese symbolische Geste soll dem jungen Paar der Kinderwunsch in der Zukunft erfüllt werden.

Wegen seiner vielen Samen galt der Granatapfel seit Urzeiten als Fruchtbarkeitssymbol. Der „Paradiesapfel" soll schon als Baum des Lebens im Paradies gestanden haben. Es war das Liebesmittel der Antike. Im alten Ägypten wurden Granatäpfel als Zeichen von Reichtum und Wohlstand hoch geschätzt, wie Funde in Grabkammern bezeugen.
Schale und Saft der leuchtend roten Frucht sind seit Jahrhunderten Farbstoffe für Stoffe und Teppiche, durch Kochen der Schale gewann man eine tief schwarze Tinte. Die Wurzel, die Rinde und die gekochte Schale wurden bis ins Mittelalter als Wurmmittel eingesetzt.
Der Granatapfel gab dem scharlachroten Halbedelstein Granat seinen Namen und auch der spanischen Stadt Granada. Er ziert das Wappen und die Flagge der spanischen Stadt. Noch heute ist die umliegende Landschaft ein wichtiges Anbaugebiet.

Saft und Samen - paradiesisch gut                        

Granatäpfel und der aus den ganzen Früchten gepresste Granatapfelsaft sind weltweit, insbesondere im Mittelmeerraum, im nahen Osten und in den USA, seit einigen Jahren auch in Mittel- und in Nordeuropa als Nahrungsmittel weit verbreitet. Bei uns gibt es Granatäpfel von Juli bis Dezember als Import aus Ägypten, Israel, Zypern, Türkei oder Spanien.
Die leuchtend rote Frucht ist reich an Kalium, Vitamin C, Calcium und Eisen. Um die blassrosa bis dunkelroten geleeartigen Fruchtsamen genießen zu können, schneidet man die harte Schale vom Granatapfel ringsum mehrmals von der Blüte bis zum Stilansatz ein und bricht ihn auseinander. Die roten Fruchtsamen sind äußerst saftig und schmecken süßlich. Zu Eis, süßen Desserts, Wild oder Ganz sind sie ein köstlicher Genuss. Um Saft aus dem Granatapfel zu gewinnen, rollt man den Granatapfel vor dem Öffnen so lange mit leichtem Druck auf einer harten Arbeitsfläche hin und her, bis ein Knacken zu hören ist und die Fruchtsamen aufplatzen. Dann stößt man am besten ein Loch in die Schale und presst den Saft vorsichtig aus. Aber Vorsicht: Der stark gerbstoffhaltige Flecken hinterlässt, die nicht mehr auszuwaschen sind.
Als eingedickter Fruchtsaft gibt der Grenadinesirup, der einst ausschließlich aus Granatäpfeln der Karibikinsel Grenada hergestellt wurde, dem Tequila Sunrise und anderen Cocktails seinen fruchtigen Geschmack und seine rote Färbung.

 

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Granatapfels

Das Interesse von Medizinern und Ernährungswissenschaftlern am Granatapfel ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Zu keiner anderen Frucht wurden in den letzten Jahren so viele wissenschaftliche Studien in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Studien steht  das erhebliche antioxidative Potenzial des Granatapfels. Die positive Wirkung dieser Frucht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose oder chronischen Entzündungsprozessen gilt als erwiesen.  Verantwortlich für die gesundheitsförderlichen Eigenschaften des Granatapfels, so die Wissenschaftler, ist der hohe Gehalt an so genannten Polyphenolen wie z. B. von Punicalagin, Ellagitannin oder Ellagsäure. Die antioxidative Wirkung von Granatäpfeln liegt etwa um das 3-4 fache über dem von Rotwein oder Grüntee. 
Bei den Polyphenolen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, welche aggressive freie Radikale im Körper unschädlich machen. Freie Radikale entstehen überall im Körper und treten auch verstärkt in der Umwelt auf. Luftverschmutzungen, Zigarettenrauch und UV-Strahlung sind typische Quellen. 
Die Polyphenole des Granatapfels wirken blutdrucksenkend, stimulieren das Immunsystem, senken zu hohe Werte des „bösen" LDL-Cholesterins und schützen die Blutgefäße vor Verkalkung.
Andere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Granatapfelzubereitungen das Wachstum von Krebszellen in der Brustdrüse, der Lunge, der Haut und dem Darm hemmen können und dass die enthaltenen Polyphenole aufgrund ihrer antiöstrogenen  Wirkung zur Vorbeugung von Brustkrebs und zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden beitragen können.
Um von der positiven Wirkung der Inhaltsstoffe des Granatapfels in vollem Umfang zu profitieren, empfehlen Ernährungswissenschaftler die ganze Frucht zu essen. Einzelne Substanzen zeigten bei den Wissenschaftlern kaum eine antioxidative Wirkung, da dafür das ganzheitliche Zusammenspiel vieler Inhaltsstoffe entscheidend ist.   Je höher der Anteil an natürlichen schützenden Wirkungsstoffen in der täglichen Nahrung ist, umso besser ist unser Körper gegen die krankmachenden freien Radikale geschützt. 
Gibt es die Frucht nicht frisch, kann auch auf hochwertige Extrakte aus der Apotheke, die das gesamte Spektrum der Vitalstoffe enthalten, zurückgegriffen werden. 

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