Diabetes Typen

 

Diabetes mellitus wird immer mehr zu einer Volkskrankheit. Sie ist mit Abstand die häufigste Stoffwechselkrankheit. Viele Menschen können mit einer entsprechenden Behandlung sehr gut leben. Wie die richtige Behandlung aussieht, hängt nicht zuletzt von der Art des Diabetes ab. Hier erfahren sie etwas über die verschiedenen Diabetes-Typen.

Diabetes Typ 1 oder jugendlicher (juveniler) Diabetes

Beim Typ 1 Diabetes herrscht ein absoluter Insulinmangel vor, d.h. die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Als Ursache dieser Diabetes Form gilt heute das Zusammenwirken von erblicher Veranlagung und äußeren Faktoren. Oft nach einer Infektionskrankheit bildet der Körper Abwehrstoffe gegen die eigenen, Insulin produzierenden Zellen. Sie werden vollständig zerstört, so dass die Insulinproduktion zum Erliegen kommt. Da dieser Prozess nicht aufzuhalten und auch nicht rückgängig zu machen ist, muss der Typ 1 Diabetiker immer mit Insulin behandelt werden und das ein Leben lang. Meist erkranken Kinder und Jugendliche an dieser Diabetesform, daher auch die Bezeichnung jugendlicher oder juveniler Diabetes. Diese Variante des Diabetes ist zwar nicht heilbar, aber heutzutage durch moderne Behandlungsmethoden gut in den Griff zu bekommen.

 

Diabetes Typ 2, früher auch Altersdiabetes oder Erwachsenendiabetes genannt

95 % aller Diabeteserkrankungen gehören zum Diabetes mellitus Typ 2.  Die Bezeichnung Altersdiabetes als Umschreibung für den Diabetes Typ 2 entspricht heute nicht mehr dem Stand der Wissenschaft, da immer mehr junge Menschen an diesem Diabetes Typ erkranken. Benutzte man diesen Begriff bisher, da meist Menschen über 40 Jahren an diesem Diabetes Typ erkrankten, sind heute immer mehr Jugendliche und sogar Kinder betroffen. Auch bei dieser Diabetes-Form spielt die erbliche Veranlagung eine Rolle. Neben der genetischen Grundlage wird die Auslösung eines Diabetes Typ 2 entscheidend gefördert durch:

  • Fehlernährung
  • Zigarettenrauchen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Bewegungsmangel
  • Höhere Lebenserwartung (Demografischer Wandel)

Zu Beginn der Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin. Aber die Körperzellen sind aufgrund von Übergewicht, Bewegungsmangel und Fehlernährung unempfindlich gegen Insulin geworden. Sie reagieren nur noch eingeschränkt auf das Insulin,sie sind "insulinresistent". Oder die Abgabe von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ist gestört. In der Folge kann die Glucose nicht mehr in die Körperzellen einströmen. Der Körper versucht dies durch eine erhöhte Insulinproduktion auszugleichen. Charakteristisch für diese Vorstufe der Erkrankung ist nicht nur ein erhöhter Blutglukosespiegel, sondern auch erhöhte Insulinwerte im Blut.

Es entsteht zunächst ein überhöhter und verlängerter Blutzuckeranstieg nach der Aufnahme von Kohlenhydraten (gestörte Glukosetoleranz) und schließlich ein manifester Diabetes Typ 2.

Vielen Typ2-Diabetikern gelingt es, allein durch eine Ernährungsumstellung in Kombination mit Bewegung den Blutzuckerwert zu normalisieren. Wenn dies nicht gelingt, wird die Behandlung durch Tabletten oder Insulin ergänzt.

SCHWANGERSCHAFTSDIABETES (GESTATIONSDIABETES)

Tritt die Zuckererkankung zum ersten Mal während einer Schwangerschaft auf, liegt ein Gestationsdiabetes oder Schwangerschaftsdiabetes vor. Diese Form des Diabetes verschwindet nach der Geburt meistens wieder. Allerdings haben diese Frauen ein erhöhtes Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Eine optimale Stoffwechseleinstellung ist vor allem im Hinblick auf die Gesundheit des Ungeborenen wichtig. Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter während der Schwangerschaft können beim Kind ernste Schäden verursachen. Vor allem übergewichtige Frauen, schwangere Frauen über 30 Jahre, Frauen, deren vorherige Kinder ein erhöhtes Geburtsgewicht hatten und Frauen, deren Eltern oder Geschwister an Diabetes erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.

Näheres über die Ursachen und die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes  erfahren Sie in dem Beitrag:
Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) – häufigste Begleiterkrankung einer Schwangerschaft

Diabetes Typ 3 – wird auch als MODY (Maturity Onset Diabetes oft the Young) -Diabetes bezeichnet

Als Diabetes Typ 3 wird ein Krankheitsbild bezeichnet, das weder dem Diabetes Typ 1 noch dem Diabetes Typ 2 zuzuordnen ist.

 

Diabetes Typ 3 wird - je nach Ursache- in acht verschiedene Typen unterteilt:
  • Typ 3A: genetische Schädigung der Betazellfunktion (Betazellen sind die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse)
  • Typ 3B: genetische Defekte der Insulin-Wirkung
  • Typ 3C: Krankheiten der nach außen sezernierenden Bauchspeicheldrüse
  • Typ 3D: Krankheiten, die durch hormonelle Störungen entstehen
  • Typ 3E: Diabetes durch Drogen oder Chemikalien
  • Typ 3F: Diabetes infolge von Infektionen
  • Typ 3G: seltene, immunologisch vermittelte Formen von Diabetes
  • Typ 3H: andere genetische Syndrome.

 Am häufigsten zeigt sich der Diabetes Typ 3A. Dieser Typ wird auch als MODY (Maturity Onset Diabetes oft the Young) -Diabetes bezeichnet. Ärzte unterscheiden zwischen fünf verschiedenen MODY-Typen mit unterschiedlichen genetischen Defekten als Ursache. Bezeichnend für diese Erkrankung ist, dass sie vor dem 25. Lebensjahr auftritt, die Patienten nicht übergewichtig sind (BMI unter 25) und kein Diabetes Typ 1 in der Familie bekannt ist. 

Bei den am häufigsten vorkommenden Typen des MODY-Diabetes verläuft die Erkrankung und auch die Behandlung ähnlich wie beim Diabetes Typ 2. Entscheidend ist eine gute Blutzuckereinstellung, die der Erkrankte durch seinen Lebensstil (Ernährung, mehr Bewegung und Gewichtsreduktion) selbst beeinflussen kann. Reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, wird die Therapie mit Tabletten und/oder Insulin unterstützt.